Pionier- / Bergepanzer 1
Konzeption .:: Bilder ::.
Aufbauend auf dem Fahrgestell des Kampfpanzers und durch Verwendung vieler Gleichteile entsprechen die Einsatzmöglichkeiten des Pionierpanzers in Bezug auf Marschgeschwindigkeit, Geländegängigkeit, Tauchfähigkeit, ABC-Schutz und Dauerstandsfestigkeit der des Kampfpanzers LEOPARD 1. Der Schutz für Besatzung und Fahrzeug wurde bei der Fahrzeugentwicklung besonders berücksichtigt.
Die Merkmale sind:
- niedrige Silhouette,
- Schussabweisende Formgebung des Fahrzeuges,
- wasser- und gasdichte Unterteilung der aus starken Panzerstahlplatten ge schweißten Wanne durch eine Trenn wand in Motor- und Bedienungsraum,
- automatische Feuerlöschanlage im Motorraum,
- Überdruck-Belüftungsanlage mit Filter als Schutz gegen radioaktiven Staub sowie gegen biologische und chemische Kampfstoffe.
Bei Fahrten und Bergearbeiten mit geschlossenen Luken erfolgt die Beobachtung durch Winkelspiegel. Für gefechts- mäßiges Fahren bei Dunkelheit werden je ein Winkelspiegel des Fahrers und des Kommandanten gegen Infrarot- oder Bildverstärker-Geräte ausgetauscht. Die Besatzung kann diese im Mannschaftsraum auswechseln, ohne das Fahrzeug zu verlassen.
Die spezielle Ausrüstung — Räum- und Stützschild mit der Möglichkeit zur Verbreiterung und Anbringung von Reißzähnen, Erdbohrgerät, Hauptwinde, Krananlage, Hubwinde sowie umfangreiches Bordwerkzeug und Zubehör — gewährleistet seine Einsatzvielfalt:
- Erdarbeiten wie Planieren, Herrichten von Flussein- und ausfahrten, von Erdhindernissen und Wällen sowie Aufreißen von festem oder gefrorenem Boden.
- Beseitigung von Sperren und Hindernissen.
- Bohren von Löchern zur Vorbereitung von Sprengungen, als Deckungslöcher oder für Fundamentierungen.
- Bergen und Anheben von Lasten bis 200 kN mit der um 2700 schwenkbaren Krananlage.
- Transport größerer und schwerer Lasten auf der Heckplattform.
- Pioniereinsätze aller Art durch Ausstattung mit entsprechenden Geräten und Sprengmitteln.
Die Fahrzeugbesatzung besteht aus 4 Mann: Kommandant, Fahrer/Bediener, Sprechfunker und Pionier.
Pionierspezifische Arbeitsgeräte
Die hydraulisch angetriebenen Arbeitsgeräte, Räum- und Stützschild, Erdbohrer, Hauptwinde und Krananlage, werden von einer zentralen Hydraulik versorgt. Sie besteht aus den Hauptgruppen Pumpenantrieb — der bei laufendem Fahrzeug- motor zu- oder abgeschaltet werden kann —‚ Hydraulikölvorratsbehälter, Wärmetauscheranlage, Ventilblöcken und Steuerschiebereinheiten, die das Anwählen der Arbeitsgeräte ermöglichen.
Räum- und Stützschild:
Mit dem höhenverstellbaren Räum- und Stützschild, das durch zwei Seitenteile verbreitert werden kann, können über 200 m verlagert werden. An die Räumschaufel lassen sich mit wenigen Handgriffen zwei große oder vier kleine Reißzähne montieren, mit denen festgefrorener Boden, Sperren oder Straßen im Rückwärtsgang aufgerissen werden können. Ebenso dient das Räum- und Stützschild zur Abstützung des Fahrzeuges bei Arbeiten mit der Hauptwinde und der Krananlage.
Erdbohrer:
Am Kranausleger lässt sich das auf dem Wannenheck verzurrte Erdbohrgerät - mit dem Erdlöcher von 70 cm Durchmesser und 2,0 m Tiefe gebohrt werden können — anbringen.
Hauptwinde:
Die Hauptwinde — im unteren Kampfraum unter einem Bodenblech — erreicht eine max. Zugkraft von 350 kN, die sich
durch eine außerhalb des Fahrzeuges anzubringende Umlenkrolle auf 700 kN verdoppeln lässt. Das Aus- und Einfahren des 90 m langen Seiles erfolgt mit Hilfe einer hydraulisch gekoppelten Seilspannvorrichtung. Die mittlere Seilausfahrgeschwindigkeit beträgt 74 m/ min und entspricht damit der Kriechgeschwindigkeit des Kampfpanzers LEOPARD 1, so dass die Sicherung des Kampfpanzers in schwerem Gelände und beim Unterwasserfahren und Tiefwaten ermöglicht wird.
Krananlage:
Mit dem bis zu 270° schwenkbaren und von waagerecht auf 70° anhebbaren Kranausleger können je nach Auslegerstellung Lasten bis max. 200 kN gehoben werden. Die zulässige Belastung wird auf einem Lastschild am Seiten- blech des Auslegers angezeigt, bei Überschreitung der zulässigen Belastung erfolgt eine automatische Abschaltung. Bei großen Lasten wird das Fahrzeug mit der Räumschaufel nach vorn abgestützt. Bei Ausfall der Hydraulik kann der Ausleger manuell in seine Ablagestellung geschwenkt werden. Das 100 m lange Hubwindenseil mündet am Auslegerende in eine 6-fach-Seilflasche. Aus Sicherheitsgründen wird der Hubwindenantrieb durch eine Lamellen bremse — die nur bei Ansteuerung des Hydraulikmotors öffnet - abgebremst.
Bodenwerkzeug und Zubehör:
- An das Bordnetz anschließbare Schweiß- und Schneideeinrichtung sowie Schlagschrauber,
- Zünd- und Sprengmittel, etc.
Bewaffnung (Option):
MG-Lafetten und Nebelmittelwurfanlagen.
Zusatzausstattung:
Zum Beispiel Funkanlage, Bewaffnung, Bordwerkzeuge und Zubehör, etc.
(Quelle: Rheinmetall Landsysteme GmbH)


