Brückelegepanzer BIBER
Bilder BIBER
Mit der Einführung des Kampfpanzers Leopard 1 verbanden sich auch Überlegungen, das Fahrgestell des neuen Panzers für weitere Fahrzeuge zu nutzen.
Eine Fahrzeugfamilie, die auf gleiche Baugruppen zurückgreift, bringt immer Vorteile in der Wartung und Logistik von Ersatzteilen. So gehören zur Leopard 1- Familie der Flakpanzer Gepard, der Bergepanzer 2, der Pionierpanzer 2 Dachs, der Fahrschulpanzer und der Brückenlegepanzer Biber.
Die Entwicklung des Brückenlegepanzers begann 1970 mit zwei verschiedenen Prototypen. Porsche/MaK experimentierte mit dem PTA, während bei KHD/(Krauss-Maffei der PT B als Trägersystem einer transportablen Aluminiumbrücke erprobt wurde. Gefordert war eine etwa 20 m lange Brücke, die unter Gefechtsbedingungen innerhalb kürzester Zeit verlegt werden konnte. Die Brückenteile sollten aber nicht, wie bis her bei so genannten „Scissor bridges“ erst hoch- und dann vorgeklappt, sondern flach verlegt werden. Das PT B-System versuchte mit einem Teleskopausleger zu arbeiten, während man bei Porsche/MaK die Brückenteile im freien Vorschub verlegte. Der Auftrag über 105 Brückenlegepanzer ging nach Kiel zu MaK. Die Brückenteile stellte das
Eisenwerk Kaiserslautern her. Zwischen 1973 und 1975 wurden die Verlegefahrzeuge und 124 Brücken an die Panzerpionier-Kompanien der Brigaden ausgeliefert.
Horizontal statt vertikal
Mussten bisher die Brückenteile bis zu 12 m hoch aufgerichtet werden, um sie zu verlegen, so kann der Biber seine Brücke schlagen, ohne weithin sichtbar zu sein. Die beiden 9,8 t schweren Brückenteile liegen auf einem Leopard Fahrgestell. Zum Verlegen wird das untere Teil so weit vorgeschoben. bis es mit der oberen Brückenhälfte abschließt. Mit Hilfe der Panzerhydraulik wird die Brücke dann mit ihrer Gesamtlänge von 22 m nach vorn abgesetzt. Das Fahrzeug stützt sich dabei auf einer Räumschaufel am Bug ab und gleicht das Brückengewicht durch die Fahrzeugmasse aus. Der Brückenschlag dauert je nach Geländebeschaffenheit nur etwa zwei bis acht Minuten. Das Wiederaufnehmen der Bücke ist in der gleichen Geschwindigkeit auch von der gegenüberliegenden Seite aus möglich. Die Panzerbesatzung, von zwei Mann bleibt während der Verlegung im geschützten Kampfraum des Panzers. So können innerhalb von Minuten Geländehindernisse von etwa 20 m Breite selbst unter feindlicher Waffeneinwirkung für schwere Panzer passierbar gemacht werden. Die Brücke ist 4 m breit und für die MLC 60 (Militärlastenklasse ausgelegt, also für Fahrzeuge bis ca. 55 t nutzbar. Als Einzellasten sind der Verlegepanzer und die Brückenteile auch Eisenbahntransport fähig. Mitte der Achtzigerjahre entstand auf der Basis des Biber eine Kurzbrücke von 12 m Länge. Dieses Projekt wurde aber aus Mangel an Haushaltsmitteln aufgegeben.
Ausländisches Interesse
Doch auch im Ausland wurde man auf den deutschen Biber aufmerksam:
Australien orderte fünf, Kanada sechs, Italien 64 und die Niederlande 25 Brückensysteme. In der VR China entstand 1984/86 eine Kopie des Biber-Brückensystems auf einem T-69- MBT-Fahrgestell. Dabei ist die Brücke 18 m lang und für Fahrzeuge bis 40 t ausgelegt.
Technische Daten:
| Typ: | Brücklegepanzer (Panzerschnellbrücke) |
| Gefechtgewicht: | 45.200 kg |
| Länge: | 1182 cm (mit Brückenüberhang) |
| Breite: | 400 cm |
| Höhe: | 355 cm |
| Motor: | Ein Dieselmotor (Mehrstoff) MTU MB 838 Ca M500 |
| Leistung: | 610 kW |
| Höchstgeschwindigkeit: | 65 km/h |
| Fahrbereich (Strasse): | 490 km |
| Brückenmaße: | 4 x 22 m |
| Brückenmasse: | 9.800 kg |
| Besatzung: | 2 Mann |


